WAZ - Kleine Forscher - große Neugier
Das Emschertal-Berufskolleg und Sasol starten ein lokales „Haus der kleinen Forscher"-Netzwerk in Herne
Wissbegierde, Neugierde und Forscherdrang sollen schon bei den Kleinsten geweckt und gefördert werden. Dazu will in Herne nun das „Haus der kleinen Forscher" beitragen. Auf Initiative der Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff und des Bildungsbüros Herne haben das Emschertal-Berufskolleg und die Firma Sasol einen Kooperationsvertrag unterschrieben, um das Projekt „Kleine Emschertal-Forscher" zu starten. Richtig los geht es dann Anfang 2011. Was genau verbirgt sich aber nun hinter dem Forscherhaus?
Die Berliner Stiftung „Haus der kleinen Forscher" engagiert sich als Bildungsinitiative im frühkindlichen Bereich mit dem Ziel, naturwissenschaftliche und technische Themen in Kindergärten und Kindertageseinrichtungen zu verankern. Spielerisch sollen Kinder zwischen drei und sechs Jahren Verständnis für naturwissenschaftliche Phänomene entwickeln. Für die Umsetzung vor Ort sind der Stiftung angeschlossene lokale Netzwerke verantwortlich - in Herne das Emschertal-Berufskolleg und die Firma Sasol.
Christiane Gies und Bernd Skubinn, Lehrer am Emschertal-Berufskolleg, werden als Multiplikatoren vor Ort im Einsatz sein. „Die beiden sollen das Ganze organisieren und managen", so Schulleiter Reiner Paulczynski. „Unsere Schule ist in der Erzieherausbildung tätig, deshalb sind wir genau der richtige Partner für das Projekt", sagt er.
Gies und Skubinn werden an Schulungen der Berliner Stiftung teilnehmen und ihr Wissen in Workshops an Erzieher im Beruf weitergeben. Zweimal im Jahr sollen solche Workshops stattfinden. Im Anschluss daran können die Erzieher in ihren Einrichtungen Projekte mit naturwissenschaftlichen Experimenten und Aktionen starten.
Gies betont: „Uns ist ein ganzheitlicher Zugang wichtig.'' Sie erklärt: „Es geht nicht nur darum, mit den Kindern im Experiment die richtigen Zutaten zu mixen und zu beobachten." Gleichzeitig werde die sprachliche Kompetenz der kleinen Forscher gefördert und ihr Sozialverhalten. „Schließlich sollen sie auch erzählen, was sie sehen und aufeinander Rücksicht nehmen, wenn sie Experimente durchführen", so Gies.
Während die Lehrer des Berufskollegs für die praktische Umsetzung verantwortlich sind, will Sasol als Partner für die nötige materielle Unterstützung sorgen. „Wir wollen erst mal sehen, wie das Projekt läuft. Das benötigte Material liefern wir dann", verspricht Friedrich Pascher von Sasol. Sein Kollege Friedhelm Wilkens erläutert den Grund des Firmenengagements: „Wir brauchen Nachwuchs, auf allen Ebenen, im handwerklichen genau wie im Techniker- oder Ingenieursbereich".
Auf lange Sicht versprich sich naturwissenschaft interessierte Bewerber. „Natürlich macht es uns a auch unheimlich Spaß, Kindern Fragen zu beantworten", ergänzt er. Bis die Kleinsten soweit sind, sich bei Sasol zu bewerben, wird es noch einige Jahre dauern. Mit dem „Haus der kleinen Forscher" und dem Herner Netzwerk „Kleine Emschertal-Forscher" dafür nun der Grundstein gelegt.
ZEITPLAN
Ende Januar geht's los Die erste Informationsveranstaltung für Erzieher soll Ende Januar stattfinden. Kindergärten und -tageseinrichtungen können sich dort über die Workshops informieren. Zweimal im Jahr wird ein eintägiger Workshop angeboten. Im Jahr 2011 wird der Schwerpunkt der Arbeit im Haus der kleinen Forscher „Wasser und Luft" sein. In den darauffolgenden Jahren werden die Themen Sprudelgase und Magnetismus sowie eine Vertiefung des Wasser-Luft-Themas aufgegriffen.








